Unterstützung bei Einkäufen, Hilfe beim Kochen, Begleitung bei Arztbesuchen, Schneeräumungen im Winter: Das ist es, was laut einem aktuellen Grundsatzurteil des Obersten Gerichtshofs Familienangehörige für ihre Eltern oder Großeltern im Sinne der Beistandspflicht übernehmen sollten. Viele Angehörige stehen jedoch noch im Berufsalltag und wohnen nicht im gleichen Haushalt wie ihre Eltern und Großeltern. Diese Herausforderungen stellen häufig eine körperliche und seelische Zerreißprobe für den gesamten Familienverband dar. Hier können die mobilen Dienste wie das NÖ Hilfswerk eine große Entlastung bedeuten: „Rund 8.500 ältere Menschen und ihre Familien werden von unseren MitarbeiterInnen betreut und begleitet“, so Jana Bockholdt, Pflegedirektorin des NÖ Hilfswerks, „von einfachen haushalterischen Tätigkeiten wie Einkaufen, Medikamentenbesorgungen über Hilfe beim Anziehen und Unterstützung bei der Körperpflege bis hin zu qualifizierten Pflegehandlungen wie Verbandswechsel, Injektionen und Infusionen. Niemand muss allein mit dieser Situation fertig werden, seinen Eltern, Großeltern oder dem pflegebedürftigen Eheparter ein Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen!“
Neben der professionellen Hauskrankenpflege, die vom Land Niederösterreich gefördert wird, können Familien durch eine Reihe von weiteren Angeboten unterstützt werden. Mobile Physio- und ErgotherapeutInnen und LogopädInnen kommen mit einem individuellen Therapieplan ins Haus, ebenso kann 24-Stunden-Betreuung, Essen auf Rädern oder eine Notruftelefon organisiert werden. Desweiteren sind im NÖ Hilfswerk etwa 600 ehrenamtliche BesucherInnen tätig, die pflegende Angehörige entlasten, indem sie den Pflegebedürftigen Zeit schenken. Sie gehen gemeinsam spazieren, lesen vor, spielen Karten und vieles mehr.
„Ohne die Familie wäre Pflege und Betreuung in Österreich gar nicht möglich“, ergänzt Mag. Gunther Hampel, Landesgeschäftsführer des NÖ Hilfswerks, „Wir betreuen einen pflegebedürftigen Menschen durchschnittlich 20 Stunden pro Monat – den Rest übernimmt die Familie. Besonders wichtig ist daher die professionelle Beratung der Angehörigen: Pflegefachkräfte des Hilfswerks kommen direkt in den Haushalt der Betroffenen und gehen vor Ort auf individuelle Fragen ein. Pflege- und Betreuungsangebote in Niederösterreich, Pflegegeld und finanzielle Unterstützung, Gesundheitsvorsorge oder Wohnraumadaptierung können im Rahmen der Beratung fachgerecht behandelt werden. Über 100 MitarbeiterInnen im NÖ Hilfswerk sind speziell geschult, um kompetente Beratung leisten zu können.
„Unser Ziel und unsere Aufgabe ist es, für den Pflegebedürftigen und seine Angehörigen da zu sein und die notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen, mehr Menschen in ihrer vertrauten Umgebung betreuen zu können – ihnen so in den eigenen vier Wänden die bestmögliche Lebensqualität zu bieten, oder ihnen ein würdevolles Sterben im Kreis der Familie zu ermöglichen“, so Pflegedirektorin Bockholdt abschließend.
NÖ Hilfswerk, Mag. Markus Hiesberger
Tel. 02742/249-1121, markus.hiesberger@noe.hilfswerk.at







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